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Die Frühlingsfeste

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen: Das sind die Feste des HERRN, zu denen ihr heilige Festversammlungen einberufen sollt; dies sind meine Feste:

3. Mose 23: 1 

Die Frühlingsfeste

Zu den frühjährlichen Festen Gottes gehören Pessach (Passah), das Fest der ungesäuerte Brote, Erstlingsfrüchte & Schawuot (Pfingsten).

Leseportion:

Sederabend

Sederabend Teil 1
Sederabend Teil 2
Fokus von Pessach

Historische Pessachfeier

Nach der Beschreibung von Exodus 12 sollte das Fest zunächst einmal eine häusliche Familienfeier sein. Nach dem Auszug aus Ägypten und nach dem Einzug in das gelobte Land wurde es nach Deuteronomium 16:2 gefeiert und zwar im Heiligtum zu Jerusalem. Von König Josia erfahren wir, welcher in den Jahren 640-609 v. Chr. regierte, dass er dieses Fest nach den Vorschriften von Deuteronomium begehen lies (2. Könige 23:21-23; 2. Chronik 35:1-18). Dies veranlasste er, nachdem ein Torahbuch während Renovierungsarbeiten im Tempel gefunden wurde (2. Könige 22:2; 2. Chronik 34:18). Nach 2. Chronik 30 wurde auch vom König Hiskia (727-698 v. Chr.) eine zentrale Pessachfeier veranstaltet. Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft wurde das Fest ebenfalls zentral in Jerusalem als Volksfest gefeiert (Esra 6:19-22; Hesekiel 45:21) und bis zur Zerstörung des zweiten Tempels (70 n. Chr.) beibehalten.

An diesem Fest arbeiteten Priester und Leviten in bis zu drei Schichten (Mischnah, Pessachim 5) und das Opfer wurde im Tempel durchgeführt. Nachdem das Blut des geschlachteten Opfertieres an den Altar gesprengt wurde, briet man das Lamm vorschriftsgerecht am Spieß über Feuer und verzerrte es mit Mazzot und bitteren Kräutern im Kreis der Familie. In dieser Zeit wurden die Geschichten über den Auszug erst nach dem öffentlichem Fest erzählt und die Gebete ausgesprochen. Erst nach der Zerstörung des zweiten Tempels wurde eine entsprechende Pessachordnung durch die Rabbinen verordnet und der Ablauf des Festes in häusliche Kreise verlegt, da das Opfertier nicht mehr beim Tempel geschlachtet werden konnte. Dadurch nahm das Festmahl als zentrale Funktion an Wichtigkeit ab und die Liturgie rückte in den Vordergrund.

Historische Zusammenhänge

Zusammenhänge und Ähnlichkeiten dieses Festes lassen sich noch vor die Zeit des Exodus zurückverfolgen. Auch die Bitte von Moses, dass das Volk ihr Fest in der Wüste feiern sollte (Exodus 5:1), lässt darauf schließen, dass dieses bereits vorhanden war. Vergleichbare Feste sind vielen semitischen Völkern bekannt. Diesbezüglich vermuten Historiker, dass dieses Fest auf zwei voneinander unabhängige archaische Naturfeste der Frühlingszeit zurückgeht. An dem einen nomadischen Fest wird ein Lamm geopfert, um die Fruchtbarkeit und das Wohlergehen der Herde zu gewährleistet. Bei einem anderen Fest der Ackerbauern aßen diese vor dem Beginn der Getreideernte ungesäuertes Brot, damit das Brot gut gedeihen konnte. Bei diesen Völkern galt das Gärungsferment als unheilbringend.

Bei diesem Erntefest schnitt man in einer Zeremonie, die in der Nacht stattfand, die ersten Früchte der Gerste ab und brachte diese Weihgabe als Dank an ihren Gott im Tempel dar. Diese Weihgabe hieß Omer, zu Deutsch Garbe. Erst nach dieser Weihgabe war der Genuss der neuen Ernte erlaubt. Von diesem Zeitpunkt an wurden 49 Tage gezählt und am 50. Tag, an Schawuot, brachte man die ersten Früchte des Weizens im Tempel dar. Diese ist die siebenwöchige Zählung, die ab dem ersten Sabbat nach Pessach beginnt und für die Ermittlung des Schawuot Festes durch Gott verordnet wurde. Den Anfang und das Ende der Getreideernte stellen Omer und Erstlingsfrüchte dar. In diesem Sinne stellt das Fest Schawuot das eigentliche Ende Pessachs bzw. des Festes der ungesäuerten Brote dar.

Erstlingsfrüchte
Die Omerzählung

Kleine Fehleranmerkung in der Predigt: Israel verließ Ägypten nicht vor Pessach, sondern mit dem Beginn von Pessach.

Historischer Ablauf

Während der Tempel bestand, kamen Pilger aus aller Welt nach Jerusalem. Sie brachten nicht nur Weizen mit, sondern auch Weintrauben, Feigen, Datteln, Granatäpfel, Oliven, Honig und Öl und auch verschiedene Arten von getrockneten Früchten. Es gab in den umliegenden Städten Versammlungsorte, an denen sich die Pilger trafen, ihre Gaben mit Blumen und Grünzeug schmückten und gemeinsam in großen Mengen nach Jerusalem singend und tanzend zogen. Jeder dieser Gruppen ging ein Stier voraus, dem die Hörner vergoldet und mit Olivenzweigen geschmückt wurden. Die Bewohner Jerusalems empfingen die Pilger mit Freuden, nahmen ihnen ihre Gaben ab, legten diese in Körbe und trugen sie zum Tempel, wo bereits die Priester warteten.

Gesetzesübergabe

Neuer Bund

Ab dem 1. Jhr. bis zum Mittelalter wurde dieses Fest von den Christen eine ganze Woche lang gefeiert. Die Juden feiern bis zum heutigen Tag an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Biblisch ist es nur auf einen Tag begrenzt.

Kern von Pfingsten
Kommentar zur Schawuot Lesung