Wöchentliche Lesung der Tora

Tora

Im engsten Sinne des Wortes bedeutet Tora soviel wie Wegweisung. Traditionell werden unter diesem Begriff die 5 Bücher Mose impliziert. In diesen 5 Büchern werden alle Gebote Gottes wiedergefunden, welche das Fundament des Glaubenslebens eines an den Gott Israels Gläubigen Menschen festlegen. Durch die 5 Bücher Mose wurden im Judentum insgesamt 613 Gebote definiert.

Traditionelle Torarolle

Was ist Tora?

Eine Frage bei der sich die meisten Meinungen scheiden. Aufgrund von Traditionen, die uns Menschen seit jeher begleiten, haben wir Einiges festgelegt ohne den Ursprung zu hinterfragen. Die Tora sei das Gesetz, von denen viele erfreut sind, dass man endlich davon befreit ist. Andere behaupten es sei lediglich für die Juden gültig. Wiederum andere kommen zurück zu der Behauptung, jeder solle das Gesetz halten. Doch ist die Tora das Gesetz? Laut der Bibel, wird die Tora anders definiert, als wir es heute traditionell versuchen auszulegen. Doch was genau ist nun die Tora? Das sollte eine grundlegende Frage eines jeden Menschen sein, der behauptet, er habe den Glauben an den einen Gott der Bibel gefunden.

Die Tora ist mit Abstand eines der am meisten missverstandenen Bereiche im traditionellen Glauben des Christen- als auch des Judentums. Die Tora im biblischen Sinne ist allerdings genauso wenig die Schriftrolle der 5 Bücher Mose, wie die 613 Gebote.

Eine Antwort, was die Tora Gottes eigentlich sei, finden wir in 5. Mose 4:44-45 wo es heißt:

Dies ist das Gesetz, das Mose den Kindern Israel vorlegte; das sind die Zeugnisse, die Satzungen und Rechte,…

Die Tora ist eine Sammlung aus bestimmten Zeugnissen, Satzungen und Rechten. Hier sollte man genau definieren, welche der ganzen biblischen Gebote darunter fallen und welche nie dazu gehörten, jedoch vorübergehend ihre Gültigkeit besaßen, wie z.B. die Opfergesetze. Diese 3 Kategorien werden in der Bibel zusammenfassend als „die Gebote Gottes“ oder als „Wort Gottes“ bezeichnet. Auch sollte man die 3 Gebotsgruppen nicht mit den Gesetzen der neutestamentlichen Pharisäern verwechseln, welche durch historische Ereignisse sich nicht mehr an diese Gebote der Tora Gottes hielten und auf welche Jesus seine Jüngern hinweisen wollte.

In diesem zweiteiligen Beitrag wird versucht die Frage zu beantworten, was denn die Tora nun wirklich sei. Wobei im ersten Teil der Fokus mehr auf den biblisch-historischen Wert der Tora gelegt wird und im zweiten Teil darauf, was die Tora nun eigentlich sei.

Tora Portionen – Parascha

Entsprechend der Wochen des biblischen Jahres wurde der Masoretische Text im 3 Jh. n. Chr. in 54 Wochenabschnitte eingeteilt.
Ein solcher Abschnitt nennt sich Parascha (Paraschiot in Mehrzahl). Diese werden traditionell jeden Sabbat in den Synagogen vorgelesen, diese Art der Tradition finden wir auch zu den Lebzeiten Jeschuas wieder, in Lukas 4:16-30 lesen wir, dass auch er eine bestimmte Stelle aus der Jesaja Rolle vorlesen sollte. Das Einteilen und Lesen der Wochenabschnitte, lässt sich in die Zeit der Babylonischen Gefangenschaft als Ergebnis der Adaption an die babylonischen Riten zurückführen.


Die Paraschiot wurden nach dem ersten Wort benannt, mit denen sie beginnen oder nach dem ersten wichtigen Begriff des ersten Textes, wie z.B. die erste Parascha „Bereschit“ was „im Anfang“ bedeutet. Falls ein Jahr weniger als 54 Sabbate enthält, werden zwei aufeinander folgende Abschnitte zusammen vorgetragen. Dies kann passieren, wenn die Feste auf einen Sabbat fallen. Diese weit über zweitausend Jahre alte Tradition wird bis heute weltweit in den Synagogen praktiziert, die messianischen Juden haben diese übernommen und sie mit den Briefen des neuen Testamentes (Brit Chadascha) ergänzt. Somit wurde diese einst kleine Tradition zu einer globalen Vereinigung, in der Jude und Nicht-Jude sich versammeln und über dieselben Stellen und Ereignisse der Bibel nachsinnen und sich austauschen.

Auch wir als Gemeinde pflegen das regelmäßige Lesen der Wochenabschnitte, selbstverständlich mit den Hintergedanken, dass dieses lediglich als Tradition gilt und keine göttliche Richtlinie aufweist. Unter den folgenden Links findet ihr Sammlungen an Beiträgen zu den jeweiligen Wochenabschnitten, sowie die entsprechenden Angaben der zu lesenden Abschnitte aus der Bibel.