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Feste Gottes

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen: Das sind die Feste des HERRN, zu denen ihr heilige Festversammlungen einberufen sollt; dies sind meine Feste:

3. Mose 23: 1 

Auf dieser Seite, stellen wir in kürze alle Feste vor, die im 3. Mose 23 erwähnt und als die Feste Gottes bezeichnet werden. Zusätzlich findet ihr zu den Festen Gottes ausführlichere Predigten, sowie die vorgegebenen Bibel Portionen.

Daten der biblischen Feste für das Jahr 2022

Pessach: 15. bis 23. April [15. bis 22. Abib/Nisan 5782]

Sederabend: Donnerstag 14. April
Beginn der „Ungesäuerten Brote“: Freitag 15. April
Beginn des „Omer“ Zählens: Samstag 16. April

Schawuot: biblisch: Sonntag 05. Juni / nach jüdischer Tradition: 04-06. Juni [13. Sivan 5782]

Jom Teruah: 25. bis 27. September [beginnt mit dem Neumond des 1. Ethanim/Tischri 5783]

Jom HaKippurim: Dienstag 04. – Mittwoch 05. Oktober [10. Ethanim/Tischri 5783]

Sukkot: Sonntag 09. bis Sonntag 16. Oktober [15. bis 22. Ethanim/Tischri 5783]

Schmini Azeret: Montag 17. Oktober [23. Ethanim/Tischri 5783]

Der biblische Kalender

Das vermutlich älteste biblische Kalendersystem war ein lunarer Kalender, der an das altbabylonische lunar-stellare Modell erinnert.Den Mondkalender nutzten bereits die Chaldäer im 1. Jahrtausend v. Chr., die sich auf Kalenderrechnung und astronomische Symbolsprachen zur Darstellung komplexer spiritueller Anbetungspraktiken spezialisierten. Der Mondkalender war dementsprechend auch den Patriarchen Israels vertraut, da diese aus Chaldäa stammten (1. Mose 11:31). Doch hatte der Mondkalender hauptsächlich für rituelle Zwecke seinen Nutzen und wurde mit den voranschreitenden Jahrhunderten für die meisten wachsenden Kulturen unbrauchbar. Denn aufgrund der Differenz von rund elf Tagen zum Sonnenjahr verschieben sich die kalendarischen Jahreszeiten von Jahr zu Jahr. Der altbabylonische Lunarkalender wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. vom babylonischen Lunisolarkalender, der die Abweichungen zwischen Mondphasen und Sonnenjahr ausgleicht, abgelöst; er wurde von Rückkehrern aus dem babylonischen Exil verbreitet. Auch der Gebrauch eines Sonnenkalenders ist in der Bibel belegt. Der altägyptische Kalender, einer der ältesten im Alten Orient, rechnete in Sonnenjahren, orientierte sich jedoch auch an der Konstellation des Sirius sowie an der Nilschwemme. Letztere war für die kalendarische Festsetzung von Ernteabgaben und Steuern ausschlaggebend. Der altägyptische Kalender – wie bereits der altbabylonische Kalender – bezog also neben agrarischen und rituellen Ereignissen politische und wirtschaftliche Verwaltungsaktivitäten mit ein.1

Dementsprechend war der Sonnenkalender den Israeliten nicht fremd, da sie diesen über Jahrhunderte selbst in Ägypten genutzt haben. Trotz dessen, dass sie Ägypten verließen und ein politisch, wirtschaftlich eigenständiges Volk werden sollten, für das der Sonnenkalender unabdingbar war, richteten sie sich wieder dem alten Mondkalender zu. Doch war es weniger ihre Entscheidung, als vielmehr ein Gebot von Gott. Wie wir es in bestimmten Wochenabschnitten lesen können, wurde der Tag des Neumonds, also ein jeglicher neuer Monatsanfang, zu einem eigenständigen Fest erklärt. Dieses Fest ist nicht nur auf die Wüstenwanderung zurückzuführen. Jahrhunderte nach der Besiedlung des Landes war das Fest zur Zeit des Neumondes noch Gang und Gebe. König David erwähnt es beispielsweise in dem Psalm 81: 4 Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

Die biblischen Monate werden demnach weiterhin nach dem Mond berechnet. Dies hat weniger politisch-wirtschaftliche Hintergründe, sondern richtet sich nach den rituellen Bedeutungen. Denn nicht die Monate selbst liegen im Vordergrund, sondern bestimmte Festtage, die Gott auserwählt hat, um einen besonderen Treffpunkt mit dem Menschen zu arrangieren. Das allererste Wort der Tora (Bereschit (בראשית), zu Deutsch: „am Anfang“) weist auf das Bewusstsein der Bedeutung der Zeit hin und nach rabbinischer Überlieferung war das allererste Gebot, welches den Kindern Israels nach der Befreiung aus Ägypten gegeben wurde, den „Neumond“ zu heiligen (Ex. 12:1-2). Der hebräische Mondkalender ist anders aufgebaut als der Sonnenkalender. Der neue Tag beginnt bei Sonnenuntergang und der Höhepunkt der Woche ist der Sabbat – der siebte Tag der Woche. Der Mond und seine Phasen am Nachthimmel sind der Zeitmesser für die Monate und die Jahreszeiten sind mit besonderen Festtagen gekennzeichnet. Sogar die Jahre sind gezählt: Jedes siebte Jahr war ein Sabbatjahr (Lev. 25:2-5) und nach sieben Jahreszyklen sollte das Jubiläumsjahr eingehalten werden (Lev. 25:8-17). Die Weltgeschichte selbst wird im Judentum als sieben 1000-jährige „Tage“ verstanden, die den sieben Tagen der Schöpfung entsprechen.

Von einem Neumond zum nächsten sind es in etwa 29½ Tage, deswegen bestehen die Monate abwechselnd aus 29 und 30 Tagen. Dadurch bildet das biblische Jahr 354 Tage, das sind 11 Tage weniger als unser reguläres Sonnenjahr. Bei dieser Berechnung passen jedoch die Zeitpunkte der Feste nicht immer überein, da diese auch mit den ersten Ernten von Gerste und Weizen verbunden sind. Deshalb wird alle drei Jahre ein extra Monat hinzugefügt, welcher sich weAdar nennt, der „hinzugefügte Adar“. Im Monat Abib oder traditionell auch als Nissan bezeichnet, wurde das Volk Israel aus Ägypten befreit, dieser Monat der Befreiung wurde von Gott persönlich zum Anfang des Jahres erklärt. 2. Mose 12: 2 Dieser Monat soll euch der Anfang der Monate sein, er soll für euch der erste Monat des Jahres sein. (Schlachter 2000) Nach dieser Ordnung werden auch alle anderen Monate im Alten Testament gezählt. In der Zeit der babylonischen Gefangenschaft übernahmen die Juden allerdings einige Traditionen der Babylonier. Sie änderten den Beginn des Jahres vom Abib zu Tischri und nahmen einige Veränderungen an den Monatsnamen vor. Ebenso wurde das Fest der Posaunen (Jom Teruah) zu Rosch Haschanah (Kopf des Jahres) geändert, da die Babylonier im siebten Monat Tischri ihr zweites besonderes Neujahrsfest „Akitu“ feierten. Somit verlor Jom Teruah seine biblische Bedeutung. Diese Änderung hatte keine biblische Grundlage, wurde jedoch zu einer gegenwärtigen Tradition einer alten Kultur (Babylon), die sein Volk doch eigentlich verlassen sollte.

Die Monate Tammuz und Aw werden in der Bibel nicht genannt. Bekannt ist, dass der Monat Tammuz nach einer babylonischen Gottheit benannt wurde, der Monat Aw bleibt jedoch eine offene Frage.

MonatMonatsnameBibelstelleAnzahl der TageHeutige Monate
1.Abib (Nisan)2. Mose 23: 1530März / April
2.Siw (Iyar)1. Könige 6: 129April / Mai
3.SiwanEsther 8: 930Mai / Juni
4.? (Tammuz)Sacharja 8: 1929Juni / Juli
5.? (Aw)Esra 7: 930Juli / Aug.
6.ElulNehemia 6: 1529Aug./ Sep.
7.Ethanim (Tischri)1. Könige 8: 230Sep. / Ok.
8.Bul (Heschwan)1. Könige 6: 3829Okt. / Nov.
9.KislevSacharja 7: 130Nov. / Dez.
10.TewetEster 2: 1629Dez. / Jan.
11.SchewetSacharja 7: 130Jan. / Feb.
12.AdarEsther 3: 729Feb. / März

1 Diner, Dan (2011-2017): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur, Band 3; S. 309.

Die biblischen Feste Gottes

Wie bereits erwähnt, diente der Mondkalender dem reinen rituellen Aspekt des Volkes Israels, nämlich dem Zweck die bestimmten Tage zu kennzeichnen, an denen ein besonderes Treffen zwischen Gott und Mensch stattfinden sollte. Die Feste der Bibel werden in der hebräischen Sprache Moedim genannt (Singular Moed). Der Sinn dieses Wortes liegt weniger in einem gewöhnlichen Fest, vielmehr bedeutet es „ernannte Zeit“. Es sind festgelegte Zeiten, in denen Gott nicht nur intensiver mit seinem Volk in Kontakt treten wollte, sondern auch die Zeit, in der Gott physisch in die Geschichte eingriff. Alle biblischen Feste sind prophetisch und offenbaren große Wahrheiten über die Pläne und den Rat des Herrn, weshalb sie auch als Feste des Herrn (Gottes festgesetzte Zeiten) bezeichnet werden. Da das jüdische Jahr auch als eine Helix mit aufeinander folgenden Ereignissen betrachtet wird, spielen die Feste eine prophetisch wiederkehrende, aufbauende und vorbereitende Rolle in unserem Leben, unserem Dienst und der Beziehung zu Gott. Die Feste spielen ein so große Rolle, dass diese sogar in dem tausendjährigen Reich, wenn Jesus auf der Welt regieren wird, weiter gefeiert werden (Hesekiel 45:23-25).

1500 Jahre vor der Geburt des Messias sagten die Feste in ihrer Art die wichtigsten Erlösungswerke seines Lebens voraus. Die vier Frühlingsfeste bezogen sich auf sein erstes Kommen: Sein Tod wurde im Passahfest dargestellt, dass sein Körper im Grab nicht verwesen würde, ist in Ungesäuertem Brot zu sehen, seine Auferstehung wird in Erstlingsfrüchten illustriert und der Beginn des Neuen Bundes wird im Wochenfest verkörpert.

Die Frühlingfeste

beginnen mit dem Neumond an dem biblischen Neujahr am 1. Abib.

1. Pessach – Feier der Freiheit, Seder am Abend des 14. Abib

Chag HaMatzot – Fest der ungesäuerten Brote, (15. 22. Abib/Nisan) Begräbnis des Messias.

Sefirat HaOmer – Der Beginn des Omerzählen ab dem 1. Sabbat nach dem Sederabend. Der Countdown von Pessach bis Schawuot.

2. Schawuot – Die Übergabe der Tora am Berg Sinai und die Ausgießung des Heiligen Geistes über die Gemeinde. Der 50. Tag von Omer.

Die Herbstfeste

Die drei Herbstfeste stellen Ereignisse dar, die mit dem zweiten Kommen des Messias zusammenhängen. Das Fest der Posaunen stellt die Wiederkunft Jesu und die Begegnung mit seiner Gemeinde dar. Der Versöhnungstag weist auf eine große Schar von Menschen hin, Juden und Nicht-Juden, die vereint gerettet werden. Das Laubhüttenfest spricht von dem Tag, an dem der Messias selbst unter den Menschen eine Wohnung hat, jede Träne abwischt und das goldene Zeitalter einführt, von dem die Menschen seit jeher geträumt haben, nämlich das tausendjährige Reich auf Erden. Der Achte Tag nach Sukkot weist auf die neue Erde und den neuen Himmel hin.

Jom Teruah – der Tag des Gerichtes & die Wiederkunft Jesu. (1. Ethanim/Tischri), beginnt am Neumond.

Jom HaKippurim – Israels nationale Rettung

3. Sukkot – Die kommende Welt (15. Bis 21. Ethanim/Tischri)

Schemini Atzeret – Der 8. Tag der Versammlung nach Sukkot (22. Ethanim/Tischri)

Insgesamt gibt es 8 Feste von denen 3 große Pilgerfeste sind, an denen alle männlichen Nachkommen nach Jerusalem kommen sollten.

Durch die Feste sagt Gott die gesamte Laufbahn des Messias, der Juden, der Gemeinde und sogar der anderen Nationen voraus, da Gott diese bestimmten Zeiten bereits bei der Schöpfung vor der Grundlegung der Welt festlegte. Wir lesen in der Schöpfungsgeschichte (Gen. 1:14), dass Gott am vierten Tag Lichter erschaffen hat, die nicht nur die Tage, Monate und Jahre bestimmen sollen, sondern auch Zeiten (Moedim). Dabei handelt es sich um dasselbe Wort, welches wir in Levitikus finden und sich auf die Feste Gottes bezieht. Mit der Erschaffung der bestimmten Zeiten wurde auch das Opfer Jesu festgelegt, des Lammes, welches vor der Grundlegung der Welt geschlachtet wurde (Offenbarung 13:8).

Die Feste des Herrn sind ein unumgänglicher prophetischer Akt, der den Lauf der Welt bestimmt. Wie die physischen Lichter die Zeiten dieser Welt bestimmen, bestimmt Jesus, das spirituelle Licht dieser Welt, die bestimmten Zeiten Gottes, zu denen er uns auf besondere Art begegnet.

In dem folgenden Videobeitrag werden diese Feste kurz erklärt. Zusätzlich wird die prophetische, soziale und persönliche Bedeutung für unser heutiges und zukünftiges Leben erläutert.